Atmung: Brücke zwischen Körper und Geist

Atmung

Im Mutterleib noch geborgen, von der Mutter beatmet. Dann der erste und der letzte Atemzug, dazwischen liegt unser Leben.

Atmung. Für die meisten ist dies selbstverständlich. Bewusst werden wir uns über sie, wenn wir körperliches Unwohlsein verspüren, sei es durch eine Erkältung oder bei Aufregung. Uns bleibt die Luft weg, es verschlägt uns den Atem, bis wir wieder aufatmen können.

Wichtig ist die Atmung für die Funktion unseres Körpers:

Über die Atemluft nimmt unser Körper Sauerstoff auf. Dieser ist wichtig für unsere Zellfunktion und unsere Gehirnleistung. Den verbrauchten Sauerstoff geben wir, in Form von Kohlendioxid, über die Ausatmung ab.

Unter Stress kommt es zu einer Hochatmung, oftmals schnappen wir nach Luft. Stress bereitet den Körper auf Angriff oder Flucht vor. Dazu braucht er mehr Sauerstoff. Ein Überangebot an Sauerstoff kann von den Organen nicht so schnell verbraucht werden und somit steckt der Sauerstoff in den Lungenbläschen fest und blockiert die weitere Atmung. Die Atemfrequenz erhöht sich. Es kommt zu einem Absinken des Co2 Gehalts im Blut, die Stress-Symptome verstärken sich.

Unser Herz-Kreislauf-System können wir nicht mit unserem Willen beeinflussen, jedoch unsere Atmung. Sie ist die einzige Körperfunktion, welche wir willentlich Steuern können.

 

Brücke zwischen Körper und Geist

Atmung ist nicht nur für die Körperfunktion wichtig, sondern auch für unsere mentale und emotionale Ausrichtung.

In den asiatischen Heilkünsten wird seit tausenden von Jahren Atmung zur Gesunderhaltung und Heilung angewandt. Dies finden wir beim Yoga, in der Meditation, sowie Qi Gong, Kampfkünsten, Tai Chi, Lu Jong (tibetisches Heilyoga) und vielen mehr.

Hier wird der Atem als Brücke zwischen Körper, Geist und emotionalen Empfinden genutzt.

Durch falsche Atmung können wir in unseren negativen Emotionen verhaften. Dies liegt oftmals an einer zu schwachen Ausatmung. Behalten wir die negativen Gefühle in uns – laut tibetischer Medizin – kann dies Schaden in unseren Energiekanälen (Meridianen) verursachen und somit zu Krankheiten führen.

Durch Unterdrückung ungeliebter Anteile halten wir unsere Lebensenergie zurück. Dadurch entsteht ein innerer Druck, der sich gegen uns selbst oder andere Menschen richten kann. Angst vor den eigenen Gefühlen, kann dazu führen, dass wir unseren Atem freiwillig vergiften z.B. durch Nikotin. Mittels Atemübungen können wir durch unsere Schattenanteile gehen und diese integrieren.

Atemübungen helfen positive Gefühle zu verstärken und unsere Energiekanäle durchlässig zu machen. Regelmäßiges Üben von z.B. Lu Jong hilft unsere Atmung zu regulieren, Stress abzubauen, steigert die Konzentration und schafft eine Ausgeglichenheit von Körper und Geist.

Stimme und Atmung

Wir sprechen auf unserer Ausatemluft. Die Ausatemluft versetzt unsere Stimmlippen in Schwingung und ein Ton entsteht. Unter Einsatz von Lippen, Zunge, Wangen, Gaumen, Zähnen formen wir Laute und geben diesen, über unsere Sprache, einen Inhalt. In der Sprechpause benötigen wir Luft, zum Weitersprechen und zur Aufrechterhaltung unserer Körperfunktionen. Dabei ist ein harmonisches Miteinander von Ein- und Ausatmung für eine angenehme Sprechweise und Stimme wichtig. Nur so können wir – und auch unsere Zuhörer – sich während der Rede oder eines Gesprächs wohlfühlen. Dieses harmonische Miteinander erreichen wir über einen Spannungsaufbau während des Sprechens und ein Abspannen nach dem Sprechen. Dieses Prinzip nennt man reflektorische Atemergänzung und ähnelt dem eines Blasebalgs. Diesen drücken wir aktiv zusammen und Luft strömt aus. Dann brauchen wir nur loslassen und der Blasebalg füllt sich von selbst mit Luft. Dieses geschehen lassen und ins Vertrauen gehen, ist das, was vielen Menschen schwerfällt. Holen wir aktiv Luft, kann es zu einer Hochatmung kommen und die Stimme kann dünn, geräuschhaft oder gepresst klingen.

Unsere Stimme ist Träger von Emotionen. Stimme und Stimmung liegen nah beieinander. Über unsere Sprache transportieren wir Informationen. Mit unseren Worten und unserer Stimme erzeugen wir Emotionen. Negative Emotionen können krankmachend sein oder blockierende Glaubenssätze erzeugen. Worte können Mut machend sein, uns bestärken, trösten… Mit unserer Stimme und unseren Worten sind wir schöpferisch tätig.

Die richtige Atmung beim Sprechen kann trainiert werden.

 

Übung: Spannungsaufbau-Entspannung während des Sprechens

Sie nehmen einen Ball in Ihre Hand. Während des Sprechens drücken Sie den Ball zusammen. Sobald Sie Ihre Sprecheinheit beendet haben lassen Sie den Ball wieder los.

Wichtig: Nicht zu fest drücken! Es sollte sich angenehm in ihrer Hand und Ihrem Körper anfühlen. Statt eines Balles können sie auch ein Gummiband nehmen. Während sie am Gummiband ziehen atmen sie auf /fff/ oder /sch/ aus. Dann nehmen sie ihre Stimme hinzu /scho/ und gehen schließlich auf Wortebene über.

Atemübung für Kinder

Immer häufiger beobachte ich, dass bereits Kinder fehlerhaft Atmen. Wie beschrieben, spielen emotionale Faktoren eine große Bedeutung, aber auch falsche Vorbilder (fehlerhafte Atmung der Bezugspersonen) können die Ursache dafür sein. Daher füge ich diese kleine Übung an:

Sie nehmen Wassermalfarben mit Zubehör und einen Trinkhalm. Die Farbe wird mit ausreichend Wasser auf ein Blatt Papier gepinselt. Mit Hilfe des Trinkhalms wird die Farbe auseinander gepustet (siehe Bild).

Ich persönlich mache jeden Tag die 5 Elemente-Übungen aus dem Lu Jong. Für meine Teilnehmer habe ich die Lu Jong Modul Lehrer Ausbildung gemacht, sodass ich diese Übungen weitergeben darf. Regelmäßiges Joggen oder andere Sportarten sind ebenso gut für die Atmung, da sich der Körpertonus lockert und der Atem sich vertieft. Singen ist befreiend für Stimme und Atmung.

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