Monat: Juni 2019

Kiefer – nicht nur zum Beißen gut!

Unser Kiefer ist nicht nur ein Kauwerkzeug, welches uns hilft unsere Nahrung zu zerkleinern. Mit seiner Verbindung zur Mundbodenmuskulatur unterstützt er das Schlucken. Auch für das Sprechen und unsere Stimme ist der Kiefer entscheidend. Eine geringe Kieferöffnung beim Sprechen äußert sich in einer undeutlichen Sprechweise (Nuscheln). Dadurch ist das Spannungsverhältnis von Zunge, Wange und Lippen unausgewogen, welches wiederum Einfluss auf die Atemmuskulatur nehmen kann.

Für das Sprechen ist es wichtig, den eigenen Atem wahrnehmen und empfinden zu lernen. Schließlich sprechen wir auf der Ausatemluft. Der Atemrhythmus ist ein Wechsel von Spannen und Lösen aller beteiligten Muskeln. Das Zwerchfell unterstützt diesen Rhythmus, indem es bei Muskelkontraktion zur Einatmung kommt. Lassen wir unsere Atem-, Mund- und Kiefermuskulatur zum Ende des Sprechens los, strömt die Einatemluft wie von selbst in den Körper. Dabei ist es wichtig, dies nicht willentlich zu machen, sondern aus einem guten Körpergefühl heraus, es geschehen zu lassen. Bei einer willentlichen Atmung ist die Gefahr groß, nicht den eigenen Atemrhythmus zu finden und sich dabei zu sehr zu verspannen.

Somit ist ein entspannter Kiefer wichtig, um die Artikulationsspannung lösen zu können und dabei die Atemmuskulatur zu unterstützen.

Ebenso trägt ein entspannter Kiefer zu mehr Stimmvolumen und Stimmklang bei.

Unser Kiefer ist somit wichtig, für unser Wohlbefinden, unsere Atmung, Stimmklang, Kauen, Sprechen und Schlucken.

Das Kiefergelenk hat einen außergewöhnlich starken Einfluss auf viele Körperregionen und ist eines der meist beanspruchtesten Gelenke des menschlichen Körpers.

Strukturelle Veränderungen z.B. neue Zahnfüllungen, verspannte Kaumuskeln, Stress, dauerhafte Überlastung durch z.B. eine falsche Körperhaltung und akute Verletzungen können zu einer mandibulären Dysfunktion (Fehlregulation der Kiefergelenke) beitragen.

Verspannungen im Bereich des Kiefers können sich u.a. durch Zähne knirschen, Kopfschmerzen, Zahnabrieb, unklare diffuse Zahnschmerzen, Verspannungen im Nacken, Heiserkeit und häufiges Räuspern äußern. Aufgrund der Nähe des Kiefergelenks zu Ohren und Augen kann eine Dysfunktion des Kiefergelenks zu Störungen innerhalb dieser Sinnesorgane führen.

Emotional gesehen steht der Kiefer für Essen und alles was ich aufnehme. Ober- und Unterkiefer erlauben mir, bestimmte Realitäten zu schlucken. Der Kiefer steht für die Kraft sich jemanden oder einer Situation zu öffnen. Er ist unerlässlich um sich mit anderen auszutauschen. Oft steht er in Verbindung mit Wut und Eigensinn, Rachegefühle und damit verbunden immer wiederkehrenden Gedanken. Dabei ist es wichtig diese Gefühle zu akzeptieren. Dies ist der erste Schritt zur Veränderung und Transformation.

Ebenso können Kieferprobleme im Zusammenhang mit hohen Anforderungen an sich selbst stehen, wodurch ein enormer Druck aufgebaut wird.

Positive Affirmationen für Kehle und Kiefer können neben Körperübungen helfen, ein Wohlgefühl in diesem wichtigen Bereich zu unterstützen:

„Ich entspanne mich und lasse die Energie frei fließen.“

„Ich akzeptiere es, mich frei auszudrücken.“

„Ich lasse alle Einschränkungen los und bin frei ich selbst zu sein.“

„Ich äußere mich frei und voller Freude.“

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