Monat: März 2017

Anrufbeantworter – Tipps für das Sprechen auf AB

„Sie haben die Nummer 0152xxx gewählt. Ich bin zur Zeit nicht erreichbar. Sprechen Sie nach dem Piepston!“

Das erste was ich bei so einer Ansage mache ist Auflegen.

Welche Nummer ich gewählt habe, weiß ich, aber habe ich mir auch die Richtige notiert? Dass ich niemanden erreiche, durfte ich selbst erfahren.

Soll ich wieder und wieder dort anrufen bis ich einen richtigen Menschen in die Leitung bekomme oder mich doch zurückrufen lassen?

Also heißt es tief durchatmen und drauf sprechen.

Am liebsten würde ich sagen: „Besprechen Sie mal Ihren Anrufbeantworter anständig! Ich zeige Ihnen gerne wie es geht!“

Selbst bei Firmen kommen solche katastrophalen Ansagen vor.

Vielen Menschen fällt es schwer ihren eigenen Anrufbeantworter zu besprechen. Einer der Hauptgründe ist, dass es befremdend ist, seine eigene Stimme zu hören. Dies kommt daher, dass wir uns anders hören.

Über unsere  Luft beim Ausatmen bringen wir unsere Stimmlippen in Schwingung, ein Ton – gleichmäßig schwingende Luft – entsteht. Diese Schwingung wird als Schallwellen über die Luft auf das Trommelfell des Ohres übertragen, somit haben wir einen Luftschall. Unsere eigene Stimme nehmen wir zusätzlich über die Knochenleitung wahr. Dieser Knochenschall umgeht das Mittelohr und wird vom Luftschall überdeckt. Hören wir unseren Ansagetext, fällt die Knochenleitung, welche während des Sprechens aktiv ist, weg und dies kann befremdend wirken.

So wie Sie das schönste Foto für Facebook oder Ihre Webseite aussuchen, so können Sie auch das Beste aus Ihrem Ansagetext und  Ihrer Stimme machen.

 

Vorbereitung des Textes:

  • Schreiben Sie Ihren Text vor
  • Bleiben Sie – besonders im Geschäftsbereich – sachlich. Verzichten Sie auf Musik.
  • Vermeiden Sie Floskeln, wie z.B. „sprechen Sie nach dem Piepston“ oder „Dies ist der automatische Anrufbeantworter“. …
  • Fassen Sie sich kurz: Ihre Ansage sollte nicht länger als 15-20 Sekunden dauern.
  • Benutzen Sie positive Formulierungen: Statt „ich bin nicht erreichbar“ sagen Sie lieber „Gerne nehme ich mir Zeit für Ihr Anliegen“
  • Sprechen Sie den Text in einem ruhigen Raum, damit Ihre Ansage besser verstanden wird
  • Lächeln Sie mit Herz und Augen oder Lächeln Sie vor dem Besprechen Ihres Anrufbeantworters, aber lächeln Sie nicht mit dem Mund während des Sprechens. Ziehen Sie Ihre Mundwinkel nach oben bewirkt dies, dass das Kiefergelenk angespannt ist und Ihre Stimme künstlich und flach klingt. Freundlichkeit am Telefon ist überaus wichtig, daher empfehlen viele Ratgeber beim Telefonieren zu lächeln. Probieren Sie den Unterschied: mit lockerem Unterkiefer klingt Ihre Stimme wesentlich voller.
  • Achten Sie auf Ihre Stimme und Sprechweise

 

Stimme/Sprechweise

Optimal ist eine Stimme, welche authentisch klingt und klar und deutlich zu verstehen ist. Wie Sie dies erreichen, zeigen Ihnen folgende Übungen.

 

Haltung im Stehen:

Die Körperhaltung ist wichtig für die Stimmgebung, damit Sie frei atmen können und Ihre Körperspannung ausgeglichen ist. Achten Sie darauf, dass Ihre Füße hüftbreit auseinander stehen und Knie und Fußgelenke locker sind. Der Oberkörper ist aufrecht. Legen Sie ein Buch auf den Kopf.

So ist Ihre Wirbelsäule gerade und Ihre Kehlkopfmuskulatur ist in der optimalen Position für die Stimmgebung.

 

Haltung im Sitzen:

Setzen Sie sich auf das vordere Drittel eines Stuhls oder Hockers. Die Füße stehen hüftbreit und haben guten Bodenkontakt! Erspüren Sie Ihre Sitzhöcker, indem Sie mit dem Becken nach vorne und hinten wippen. Kommen Sie an der härtesten Stelle zum Stillstand. In dieser Position ist der Bauch frei für eine optimale physiologische Atmung.

 

Stimme aufwecken:

Klopfen Sie mit lockeren Fäusten auf Ihren Brustraum und lassen Sie dabei Ihre Stimme in verschiedenen Tonhöhen auf z.B. /a/ fließen.

 

Lippen sprudeln:

Die Lippen liegen locker aufeinander. Mit der Ausatem-Luft bringt man diese in Bewegung, sodass es sich anhört, als würde man Motorrad fahren. Die Lippen kommen dabei ins Flattern. Falls dies schwerfällt, fängt man mit dem Laut /b/  an, diesen häufig und locker mehrmals hintereinander zu sprechen, bleibt dann auf den Laut /b/ stehen und pustet Luft durch die Lippen. Der Luftdruck sprengt die Lippen auseinander.

Trinkhalmübung für Ihre Atmung:  

Sie nehmen einen Trinkhalm in den Mund. Über die Nase atmen Sie ein und über den Mund wieder aus. Dabei sitzen Sie aufrecht. Aufgrund der engen Passage verlängert sich Ihre Ausatmung automatisch und es kommt zu einer erhöhten Sauerstoffaufnahme. Die Ausatemluft soll mühelos durch den Trinkhalm fließen.

Zu Beginn sollten Sie nicht länger als 5 Minuten die Übung durchführen, später können Sie auf 15 Minuten Ihr Übungspensum erhöhen.

Diese Übung beruhigt den Atemfluss und hält das Zwerchfell geschmeidig. Ebenso ist sie hilfreich bei Atemwegserkrankungen und Unruhe.

 

Zeitlupensprechen für eine gute Aussprache:

Sprechen Sie Ihren Text übertrieben langsam. Dies erhöht bei einem später gesprochenen schnellen Sprechtempo die Verständlichkeit. Nehmen Sie dazu Ihren  Ansagetext: „Isa Alvermann,  Stimmtraining-Kinesiologie. In dringenden Fällen bin ich unter der Nummer….“

Beobachten und Fühlen Sie jeden einzelnen Laut. Was macht Ihre Zunge? Wo sind Berührungsstellen an den Zähnen, am Gaumen und an den Lippen?

„Damit ich Sie zurückrufen kann hinterlegen Sie bitte…“

Lippen sind locker entspannt.

Jeden Buchstaben genießen. Achten Sie darauf, dass Ihr Mund weit geöffnet ist. Der Zahnreihenabstand sollte beim Laut /a/ daumenbreit sein.

Spielen Sie mit verschiedenen Tempi. Wechseln Sie von langsam zu schnell. Machen Sie eine Tonaufnahme. Welches Tempo gefällt Ihnen am Besten?!

Hinterlassen einer Nachricht

Das Hinterlassen von Nachrichten ist eine Arbeitserleichterung, erspart dies einen doch häufiges „hinter her“ telefonieren.

Auch hier gelten die besagten Regeln:

  • deutliche und verständliche Sprechweise
  • kurze, klare Botschaften
  • keine langen Pausen
  • keine Füllwörter verwenden „Äh“, „Hmm“
  • Telefonnummer in einem Sprechtempo draufsprechen, sodass gut mitgeschrieben werden kann (lange Nummern ggf. wiederholen).
  • Kennen Sie Ihr Ziel? Werden Sie sich darüber bewusst, bevor Sie wählen und formulieren Sie es.

Rufen Sie sich selbst an. Gefällt Ihnen Ihre Ansage?

Probieren Sie mehrere Varianten aus! Gute Ansagetexte auf Handys sind ebenso eine Bereicherung!

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